Mit dem Teddybär zur MRT

03.10.2017: Wenn die Kleinsten zu Patientinnen und Patienten werden, dann wird ein MRT-Gerät schon mal zum Raumschiff. Die Fantasie der Kleinsten ist groß. Leider aber auch die Angst vor Untersuchungen in einem großen Gerät, das ganz laute Geräusche macht. „Wenn aus medizinischen Gründen eine MRT-Untersuchung notwendig ist, können wir diese bei Kleinkindern unter Narkose anbieten“, erklärt Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann. Dabei arbeiten die medizinischen Bereiche interdisziplinär Hand in Hand, um die radiologische Diagnostik von Kindern und Jugendlichen angstreduziert und belastungsarm zu ermöglichen. „Gemeinsam sorgen die Teams der Kinder- und Jugendheilkunde, Radiologie und Anästhesie für ein kindgerechtes Setting mit besonderem Feingefühl“, so Krankenhausreferent Vizebürgermeister Mag. Martin Ruepp.

Lang in den Armen der Mama kuscheln. Und dann das Ganze verschlafen. Eine Untersuchung im MRT wird körperlich wie auch psychisch als Belastung empfunden. Vor allem bei kleineren Kindern, die sich die Untersuchung nicht vorstellen können. Dazu kommen die Größe des MRT-Geräts, die Enge der Röhre und die zum Teil extrem lauten Untersuchungssequenzen. Nicht zu wissen, was in dieser engen „Röhre“ passiert, die Untersuchung ganz alleine ertragen zu müssen, ist für junge Kinder sehr schwierig. Vor allem, wenn sie dann noch über einen längeren Zeitraum bewegungsfrei und still liegenbleiben sollten. „Die lauten, nicht vorhersehbare, unregelmäßige und unvertraute Geräusche lösen oft große Ängste aus, die durch Erschütterungen des Gerätes zusätzlich verstärkt werden“, betont Primaria Edda Haberlandt. Um verwertbare Aufnahmen zu generieren und den gesamten Ablauf für die Familie stress- und angstfreier zu gestalten, wird die MRT-Untersuchung unter Narkose durchgeführt. Nach der Aufklärung und Vorbereitung am Vortrag laufen die Kinder an der Hand der Eltern zur Untersuchung. Sie sehen das MRT-Gerät und dürfen sich aus einem Automaten, der die Kleinsten an einen Kaugummiautomat erinnert, selbst die Kopfhörer ziehen. Dann nehmen sie gemeinsam mit der Mama auf der Liege Platz, zum Kuscheln und Einschlafen.

In die Röhre Das Krankenhaus
Dornbirn verfügt seit Mai 2016 über ein neues 1,5 MRT der Firma Siemens Healthcare (Magnetom Aera®). „Hinsichtlich Feldstärke und Ausstattung eignet es sich hervorragend für Untersuchungen von Patientinnen und Patienten mit einer neuropädiatrischen Fragestellungen“, so Dr. Michael Küfner, Leiter der Radiologie. Gemeinsam mit seiner fachliche Expertise zu den Befunden, dem notwendigen Anästhesiezubehör für Untersuchungen in Narkose beziehungsweise Sedierung und dem Feingefühl der interdisziplinären Teams wird die MRT-Untersuchung schon fast zum Abenteuer. „Eine qualifizierte Beurteilung verlangt zur radiologischen Expertise auch spezielle Kenntnisse von den physiologischen Reifungsvorgängen des kindlichen Gehirns sowie von den besonderen Krankheiten und Schädigungsmustern“, betont Priv.-Doz. Dr. Edda Haberlandt. Die Leiterin der größten Kinder- und Jugendabteilung im Land ist Neuropädiaterin und Präsidentin der österreichischen Gesellschaft für Epileptologie und hält zählreiche Vorträge über dieses Thema wie zum Beispiel „Nicht alles, was zuckt ist epileptisch“. Vor ihrem Wechsel nach Dornbirn leitete sie die Neuropädiatrie an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde in Innsbruck. Das Fachgebiet befasst sich mit allen neurologischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Die wesentlichen Krankheitsbilder umfassen entzündliche Erkrankungen des Nervensystems, Fehlbildungen, Bewegungsstörungen und neuromuskuläre Erkrankungen.